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Artikel in der Mainpost, 5. Dezember 2008
Aus der blauen Grotte in die Welt
KITZINGEN - Im ehemaligen Gauer-Stahl-Center betreibt Loxxess Logistik in allen Varianten
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Autoteile für England, tonnenschwere Druckmaschinen für Asien oder
Weihnachtsschmuck aus China für alle möglichen Märkte in der Umgebung –
in der blauen Grotte geht es international zu. Hier kommen Waren aus
aller Welt zusammen, und von hier aus gehen Güter in alle Welt. Dafür
sorgt das Logistikunternehmen Loxxess AG.
Seit einigen Wochen hängt an der Wand des Hochregals des ehemaligen
Gauer-Stahl-Centers, das die Kitzinger blaue Grotte nennen, der
Schriftzug der Firma mit Sitz am Tegernsee. Das knallrote Werbebanner
fällt auf, und es hat Fragen aufgeworfen: Was passiert eigentlich in
der blauen Grotte, deren Blau in den Jahren nach dem Konkurs des großen
Kitzinger Handelsbetriebs Gauer Mitte der 80er Jahre etwas an Farbe
verloren hat? Es passiert einiges, das hat ein Kurzbesuch gezeigt.
Es geht international zu
Die August-Gauer-Straße 7 ist Sitz der Loxxess Ware-Care GmbH
Kitzingen – und die ist Teil der weltweit operierenden Loxxess AG.
Entsprechend geht es international zu. Das gilt nicht nur für die Waren
aus aller Welt, die sich auf der 1,5 Hektar großen Lagerfläche unter
dem Dach der blauen Grotte stapeln. Das gilt auch für das Geschäft, das
da betrieben wird: Logistik. „Dienstleistung in allen Varianten“, wie
Patrick Mense von der Geschäftsleitung sagt. Der beschreibt sein
Geschäft dann auch entsprechend in der Sprache der Logistiker mit
Contract Logistik, Value-added Services und, und, und.
Seit 1987 Lagerhaltung
Und was steckt dahinter? Das erzählt der Kitzinger Werkleiter Uwe
Münch. Der weiß auch, dass in der blauen Grotte seit 1987 Lagerhaltung
und die damit verbundenen Geschäfte betrieben werden. Damals waren noch
Panzer und Material der Amerikaner im Angebot. Der Einstieg von Loxxess
folgte Zug um Zug, seit neun Jahren ist Kitzingen fester Standort des
Dienstleisters. Wobei die Fläche voll genutzt wird, das Hochregellager,
das die blaue Grotte unter den Gebäuden der Umgebung herausragen lässt,
allerdings nicht.
Zwischen zehn und 15 Firmen
Die Angebote nehmen derzeit zwischen zehn und 15 Firmen in Anspruch.
Das geht von der klassischen Lagerhaltung. Beispiel: Ein
Maschinenhersteller lässt seine für den Export bestimmten Großmaschinen
von Lkw nach Kitzingen bringen. Hier werden sie gelagert und andere
Lastwagen befördern sie auf Anforderung wieder weiter.
„Wir sind keine Spedition“, sagt Münch, „aber wir arbeiten eng mit
denen zusammen.“ Was für die schweren Maschinen gilt, für die die aus
den Stahlhandelszeiten noch vorhandenen Innenraum-Landkräne (mit einer
Tragkraft von sieben und 14 Tonnen) zum Einsatz kommen, gilt vor allem
auch für Autoteile.
Für ein Werk eines wichtigen Autozulieferers aus dem Landkreis
übernimmt Loxxess die komplette Lagerhaltung. Das heißt, Laster bringen
die Einzeltteile direkt nach der Produktion aus dem Werk nach
Kitzingen. Dort werden sie beim Wareneingang so registriert, dass „das
richtige Teil später auf den richtigen Laster kommt“, so Münch. Die
Teile werden so lange gelagert, bis über den Computer der Autobauer die
Fahrzeugteile anfordert. Dann geht es per Lkw direkt ans Band. „Just in
Time“, wie die Logistiker sagen.
Waren aus Asien
Oder ein anderer Kunde, der Waren aus Asien in großen Mengen
einführt. In großen Paketen kommen derzeit vor allem auch
Weihnachtsdekorationen in die Halle. Dann kommt eine Dienstleistung,
die über das reine Lagern hinausgeht: Es sind vor allem Leute mit
400-Euro-Jobs im Einsatz, die die Einzelteile so in die
Ausstellungsregale (Displays) platzieren, wie der Kunde das wünscht. In
Plastikfolie eingeschweißt verlassen die gefüllten Regale aus Karton da
Lager und landen in einem der zahlreichen großen und kleinen Märkte.
Dass dieser Teil des Geschäfts nicht gerade gering ist, zeigen die
2,5 Tonnen Kartonage, die pro Tag anfallen. Aber nicht nur die
Auslieferung übernimmt der Dienstleister, er kümmert sich auch um
unverkaufte Rückläufe, die neu sortiert und wieder ausgeliefert werden
– wie der Kunde das will.
Geschäfte laufen gut
Die Geschäfte laufen in Kitzingen ganz offenbar gut. So gut, dass
Patrick Mense von Erweiterungsplänen am Standort Kitzingen für 2009
spricht. Nicht nach außen, vor allem in der Halle sollen durch Um- und
Einbauten optimale Bedingungen für moderne Dienstleistungen geschaffen
werden.
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